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Übersicht des gewählten Threads
Übersicht Autor Datum
Hochzeitsablauf Ramona Jentsch 01.10.2009
   Re: Hochzeitsablauf Frank Muchlinsky 01.10.2009
      Re: Re: Hochzeitsablauf theo 05.10.2009
   Re: Hochzeitsablauf Frank M. 02.10.2009
   Re: Hochzeitsablauf theo 04.10.2009

Hochzeitsablauf

Autor: Ramona Jentsch
Datum: 01.10.2009, 14:06h
Hallo wir haben ein paar Fragen da wir negstes Jahr Heiraten vieleicht kann uns jemand dabei Helfen da wir beide nur eine Hochzeit erlebt haben.

Ist es möglich das die Braut vom Vater herrein geführt wird?

Ist der Satz "sie dürfen die braut jetzt Küssen" nur im Fernsehen oder auch in Echt?

Gibt es noch andere sachen die man glaubt sie gehören so aber in der realität nicht so Praktiziert wird?

Wir danken euch für eure Antworten

Re: Hochzeitsablauf

Autor: Frank Muchlinsky
Datum: 01.10.2009, 16:59h
Hallo Ramona,

die Bräuche, nach denen Sie da fragen, kommen vor allem in England und Amerika vor. Darum kennnen wir sie auch - wir haben sie eben tausenmal im Kino gesehen.

In Deutschland sind sie eher unüblich. Stattdessen ziehen hier Braut und Bräutigam gemeinsam in die Kirche ein.

Auch Die Sache mit dem Kuss stammt aus einem anderen Ritus und fällt darum in deutschen Kirchen meistens flach.

Der Grund für beides ist vielleicht dieser: In Amerika werden die Paare durch den Geistlichen / die Geistliche bei der Trauung auch rechtlich verheiratet. Das geschieht bei uns bereits vorher auf dem Standesamt. Den "ersten Kuss als verheiratetes Paar" müssten Sie sich also auf dem Standesamt geben, nachdem Sie dort zu Ehemann und Ehefrau erklärt worden sind.

Und da Sie als eigentlich schon verheiratetes Paar an der Kirche ankommen, ist es auch nur logisch, dass Sie als frischgebackenes Ehepaar gemeinsam in die Kirche gehen, anstatt dass der Vater die Braut führt.

Wenn Ihnen sehr viel daran liegt, sich auch nach der Trauhandlung zu küssen, fragen Sie doch mal bei der Pastorin oder dem Pastoren nach, der Sie trauen wird. Manche laden an diesem Punkt im Gottesdienst gern die ganze Gemeinde ein, sich ihrer oder ihrem Liebsten zuzuwenden und sich zu küssen. ;-)

Viel Spaß bei den weiteren Vorbereitungen!

Frank Muchlinsky
Redaktion trauspruch.de

Re: Re: Hochzeitsablauf

Autor: theo
Datum: 05.10.2009, 12:32h
Frank Muchlinsky schrieb:

> In Amerika werden die Paare durch den Geistlichen / die Geistliche bei der Trauung auch rechtlich verheiratet. Das geschieht bei uns bereits vorher auf dem Standesamt. Den "ersten Kuss als verheiratetes Paar" müssten Sie sich also auf dem Standesamt geben, nachdem Sie dort zu Ehemann und Ehefrau erklärt worden sind.

Natürlich haben Sie streng genommen Recht, dass das Paar, wenn es an der Kirchtüre ankommt, schon getraut ist. Allerdings ist bekannt (und nachvollziehbar), dass viele Paare erst die Feier in der Kirche als die "richtige" Trauung erleben und ansehen.

Und: Wenn wir es als Theologen denn schon genau nehmen, dürften wir die Handlung in der Kirche auch nicht "Trauung" nennen (sondern höchstens "Segensfeier für ein frisch verheiratetes Ehepaar") und in den liturgischen Formularen auch nicht mehr von "Bräutigam"/"Braut" sprechen. :-)

theo

Re: Hochzeitsablauf

Autor: Frank M.
Datum: 02.10.2009, 09:19h
Hallo, Ramona,
Zum Kuss: Ja, auch in Deutschland, in der protestantischen sowie evangelischen Kirche, ist es durchaus üblich, dass das Paar sich direkt im Anschluss an den Trausegen küsst. Ich habe in 30 Jahren als evangelischer Pfarrer ca. 500 Paare getraut und zur Recherche für ein Buch (Das Traubuch, 5. Auflage 2009) viele (auch katholische) Trauungen beobachtet und Abläufe gesammelt: (Fast) alle Paare küssten sich, und zumeist forderten die Geistlichen dazu mit Gesten, ermunternden Blicken oder dem Satz „Das Paar darf sich nun küssen“ auf. Zum Einzug: Über meine Internetseite (hochzeit-trauung.de) erhalte ich ständig mails, in denen Bräute sich über Geistliche beklagen, die nicht zulassen wollen, dass sie vom Vater in die Kirche geführt werden. Über solche Geistlichen ärgere ich mich sehr (sie glauben, theologisch zu argumentieren und sind doch nur theologischen Modeströmungen unterworfen), und sie sind dafür verantwortlich, dass Menschen sich von ihnen abwenden und lieber im Internet Rat holen. Natürlich macht es Sinn, dass der Vater die Tochter zum Altar führt (wenn die Tochter und er das so möchten). Warum soll nicht im Angesicht Gottes deutlich werden, dass die Eltern ihr Kind dem Partner „ans Herz“ legen! Ja, es gibt Einiges, was man aus Film und Fernsehen kennt, und was dennoch von Geistlichen nicht unbedingt gern gesehen wird. (Gerade wir protestantischen Pfarrer haben gern aussagekräftige symbolische Handlungen „über Bord geworfen“ und tun uns sehr schwer, unsere Zeremonien wieder damit zu bereichern.) Bringen Sie Ihre Vorstellungen und Wünsche engagiert ins Traugespräch ein und lassen Sie sich diese nicht zu schnell vom Pfarrer bzw. der Pfarrerin ausreden. Gruß frank maibaum

Re: Hochzeitsablauf

Autor: theo
Datum: 04.10.2009, 23:08h
Hallo, Ramona,

grundsätzlich dürften die allermeisten Pfarrerinnen und Pfarrer offen für Ideen und Bitten von Traupaaren sei - also beherzt beim Vorbereitungsgespräch nachfragen!

Zum Einzug: Theologisch ist gegen das Hineinführen durch den Vater nichts einzuwenden. Was sich viele Brautpaare, die diese Version wünschen, allerdings wohl nicht bewusst machen: Das Hineingeführt-Werden durch den Vater ist nur dann stimmig, wenn die Braut bis zur Hochzeit auch noch zuhause gewohnt hat und der Vater dann zur Trauung dem Bräutigam symbolisch seine Tochter übergibt. Entspricht das wirklich Deiner/Eurer Geschichte und Deinem/Eurem Selbstverständnis?

Zum Kuss: Es gibt nun wirklich keinen Grund, sich während der Trauung nicht zu küssen (und sich dazu auffordern zu lassen) - selbst wenn man streng theologisch (nach evangelischem Verständnis) schon seit der Zeremonie auf dem Standesamt verheiratet ist.

theo

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Publikationsdatum dieser Seite: 9/2/2010 10:28