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Müssen die Paten bei der Taufe persönlich anwesend sein? LieschenHH 12.12.2009
   Re: Müssen die Paten bei der Taufe persönlich anwesend sein? theo 13.12.2009
      Re: Re: Müssen die Paten bei der Taufe persönlich anwesend sein? Tabaijana 14.12.2009
         Re: Re: Re: Müssen die Paten bei der Taufe persönlich anwesend sein? theo 14.12.2009

Müssen die Paten bei der Taufe persönlich anwesend sein?

Autor: LieschenHH
Datum: 12.12.2009, 21:28h
Hallo,

wir möchten unsere Tochter demnächst taufen lassen. Nun hat unsere Wunschpatin aber selbst gerade erst ein Kind bekommen und lebt zudem am anderen Ende Deutschlands, so dass sie aller Voraussicht nach nicht persönlich bei der Taufe dabei sein kann. Ist es trotzdem möglich, sie als Patin einzusetzen oder müssen wir uns notgedrungen für jemand anderen entscheiden?

Vielen Dank für hilfreiche Antworten!
LieschenHH

Re: Müssen die Paten bei der Taufe persönlich anwesend sein?

Autor: theo
Datum: 13.12.2009, 18:58h
Hallo, LieschenHH,

rein rechtlich sollte eine Übernahme des Taufpatenamtes durch eine bei der Taufe Abwesende möglich sein. So heißt es in der Kirchenordnung meiner Landeskirche (der rheinischen), dass "nach Möglichkeit" Taufpaten/-innen bestellt werden sollen, also auch eine Tauffeier OHNE Taufpaten erlaubt ist (KO 79,4). Zugleich sieht das Lebensordnungsgesetz eine Nachnominierung von Paten/-innen vor:

"Aus wichtigem Grund können zusätzliche Patinnen und Paten zu einem späteren Zeitpunkt nachbenannt werden. Nach einem Gespräch der Pfarrerin oder des Pfarrers mit Eltern, Patinnen oder Paten und Kind wird das Versprechen der Patinnen und Paten, für die christliche Erziehung des Kindes zu sorgen, in einem Gemeindegottesdienst abgegeben. Dabei sollen in schlichter Form liturgische Elemente aus dem Taufbuch, wie Zuspruch, Anrede und Verpflichtung sowie Segnung der Patin oder des Paten Verwendung finden" (LOG 13,3).

Deute ich das HH in Deinem Nickname richtig, dass Ihr in Hamburg lebt? Dann wären dort die (vermutlich entsprechenden) Regelungen der Nordelbischen Landeskirche anzuwenden.

Näheres kann Euch sicher der Pfarrerin / dem Pfarrer sagen, die/der die Taufe vornimmt. Vielleicht stimmt sie/er ja auch der Lösung zu, dass die Taufpatin vorab schriftlich ihre Bereitschaft zur Übernahme des Patenamtes erklärt. Sollte die Pfarrerin /der Pfarrer sich ohne weitere Begründung querstellen, könntet Ihr immer noch beim Kirchenamt nachfragen. Adressen findest Du auf www.nordelbien.de .

theo

Re: Re: Müssen die Paten bei der Taufe persönlich anwesend sein?

Autor: Tabaijana ,
Datum: 14.12.2009, 15:23h
Taufpaten sind in erster Linie auch Zeugen der Taufe. Klar, man kan einen Paten eventuell auch nachberufen, das wäre für mich jetzt allerdings nicht der Punkt. Wenn es wirklich eine "Traumpatin" gibt, dann würde ich wohl eher mit der Taufe warten, bis sie die Reise zu euch machen kann.

Man kann ein Kind mit oder ohne Paten taufen lassen, das ist das, was im Kirchenrecht mit "bestellen" gemeint ist. Das hat nichts damit zu tun, ob der gewählte Taufpate bei der Taufe anwesend sein kann oder nicht. Sondern nur damit, dass eine Taufe auch ohne Paten möglich ist. Nicht, weil der Pate nicht dabei sein kann, sondern weil es einfach keinen Paten gibt.

Re: Re: Re: Müssen die Paten bei der Taufe persönlich anwesend sein?

Autor: theo
Datum: 14.12.2009, 18:16h
Hallo, Tabaijana!

> Taufpaten sind in erster Linie auch Zeugen der Taufe.

Da muss ich Dir leider widersprechen: Taufpaten haben - anders als bei der Trauung! - nicht in erster Linie eine Zeugenfunktion. Ihre wesentliche Aufgabe besteht vielmehr darin, den (jungen) Christenmenschen auf seinem Weg zum Glauben zu begleiten.

Als in den ersten Jahrhunderten noch vornehmlich Erwachsene getauft wurden, waren es die Paten, von denen Taufbewerber den Glauben kennen lernten. Erfahrene Christen standen also buchstäblich Pate für den Glauben. Später, bei der Tauffeier, stellten die Paten dann die Kandidaten dem Bischof bzw. dem Priester vor und bezeugten deren Glauben.

Seitdem wir als Christen mehr und mehr Kinder taufen, sind zwar die Eltern für die Neugetauften die ersten und vornehmlichen "Glaubenszeugen". Dennoch haben Paten die nicht unbedeutende Aufgabe, den Kindern und späteren Jugendlichen mit ihrem Glaubenszeugnis zu zeigen, dass und wie Kirche mehr ist als der enge Zirkel der Ursprungsfamilie.

Der langen Rede kurzer Sinn: Entscheidend für die Übernahme Patenamt ist weniger, ob jemand bei der Taufe anwesend sein kann, sondern ob er/sie vor und (bei Kindern) vor allem nach der Taufe bereit ist, die übernommene Aufgabe tatsächlich auszufüllen.

theo

PS: Zum Mehr-Lesen z. B.: www.ekkw.de/media_ekkw/downloads/ekkw_das_amt_des_taufpaten.pdf

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Publikationsdatum dieser Seite: 9/2/2010 10:28